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Auch in Vereinen
sollte in der Buchhaltung eine sachgerechte Erfassung und sinnvolle
Auswertung der zu buchenden Geschäftsvorfälle erfolgen - das
erfordert eine Vielzahl von Konten. Kontenrahmen dienen dazu, diese
Konten systematisch und bezogen auf die spätere Auswertung (z.B.
in EÜR oder Bilanz) zu ordnen.
Es gibt zwar keine steuerrechtliche Verpflichtung zur Nutzung
bestimmter Kontenrahmen; vorgeschrieben ist lediglich, die Aufzeichnungen
geordnet vorzunehmen und Einnahmen und Ausgaben getrennt aufzuzeichen
und natürlich muss die Kontierung die Gliederungsvorgaben des neuen
EÜR-Vordrucks, bzw. die gesetzliche Gliederung der Gewinn-und-Verlust-Rechnung
(GuV) und Bilanz berücksichtigen. Dabei wird sich aber der Kontenplan
(also die konkrete Aufteilung und Ordnung der Konten in einem bestimmten
Verein) nicht nach den steuerlichen Mindesterfordernissen, sondern nach
den Informations- und Organisationsbedürfnissen des Vereins richten.
Kontenrahmen schaffen Ordnung in der Buchführung: Sie legen fest,
wie die Belege verbucht werden und nehmen dazu eine Einteilung der Konten
in Kontenklassen vor.
In gemeinnützigen
Organisationen stellt die getrennte Erfolgsrechnung - also die Aufteilung
aller Einnahmen und Ausgaben auf idellen Bereich, Vermögensverwaltung,
Zweckbetriebe und steuerschädliche wirtschaftliche Geschäftsbetriebe
besondere Anforderungen an die Kontierung. Der Kontenplan muss das wiederspiegeln.
Grundsätzlich gibt es für die systematische Aufteilung in
die steuerlichen Bereiche durch den Kontenplan zwei Möglichkeiten:
1. Die Konten werden zunächst nach den steuerlichen Bereichen in
Klassen gegliedert und dort finden sich jeweils analoge Konten für
zusammengehörige Ausgaben und Einnahmen. Diesem Prinzip folgen
die Vereinskontenrahmen der DATEV.
2. Die Kontenklassen
werden (wie das bei der Kontierung im gewerblichen Bereich üblich
ist) nach Aufwands- und Ertragsarten getrennt. Für die steuerlichen
Bereiche werden dann jeweils gleiche Sachkonten "nebeneinander"
gestellt.
Für die Bestandskonten
(Finanzkonten, Anlagevermögen, Verbindlichkeiten usf.) ist eine
Trennung nach steuerlichen Bereichen nicht erforderlich.
Die DATEV e.G. stellt
rund 20 Spezialkontenrahmen zur Verfügung, um branchenspezifischen
Erfordernissen gerecht zu werden. Diese standardisierten Kontenrahmen
können natürlich geändert oder durch individuelle Konten
bzw. Kontennamen erweitert oder ergänzt werden. So wird aus dem
Kontenrahmen der Kontenplan.
Es gilt die Regel: Je genauer ein Kontenplan auf die Belange einer Organisation
zugeschnitten ist, desto besser sind die Informationen, die die Buchführung
liefert.
Für Vereine
bietet die DATEV zwei Kontenrahmen an:
- den SKR 49 (Branchenlösung für Vereine/Stiftungen)
- den SKR 99 (Spezialkontenrahmen zur Gemeinnützigkeit)
Beide nehmen die steuerlichen Bereiche als Grundgliederung (Kontenklassen).
Die entsprechenden Aufwands- und Ertragskonten wiederholen sich in den
Kontenklassen, wie im Folgenden am Beispiel der Verbuchung von Ausgaben
für Büromaterial gezeigt wird:
| Aufbau
des DATEV-Vereinskontenrahmens SKR 49 |
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Kontenklasse
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Kontenarten
|
|
0
|
Bestandskonten Aktiva
|
|
1
|
Bestandskonten Passiva
|
|
2
|
ideeller Bereich
2701 Büromaterial
|
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3
|
ertragsneutrale
Posten
|
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4
|
Vermögensverwaltung
4901 Sonst. Kosten
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|
5
|
Zweckbetrieb Sport
5575 Verwaltungskosten
|
|
6
|
andere Zweckbetriebe
6340 Verwaltungskosten
|
|
7
|
wirtschaftlicher
Geschäftsbetrieb Sport
7404 Verwaltungskosten
|
|
8
|
übrige wirtschaftliche
Geschäftsbetriebe
8310 Büromaterial
|
|
9
|
Vortragskonten, statistische
Konten
|
|
10000 - 69999
|
Personenkonten: Debitoren
|
|
70000 - 99999
|
Personenkonten: Kreditoren
|
| Aufbau
des DATEV-Vereinskontenrahmens SKR 99 |
|
Kontenklasse
|
Kontenarten
|
|
0
|
Anlagevermögen
– Bestandskonten des Vereinsvermögens
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|
1
|
Bestandskonten des
Umlaufvermögens
|
|
2
|
eigentlicher ideeller
Bereich
2701 Büromaterial
|
|
3
|
steuerneutrale Einnahmen
und Ausgaben des ideellen Bereichs
|
|
4
|
Vermögensverwaltung
4900 Sonstige Kosten Vermögensverwaltung
|
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5
|
Zweckbetrieb Sport
5460 Verwaltungskosten
|
|
6
|
übrige Zweckbetriebe
6264 Porto, Telefon, Bürobedarf
|
|
7
|
wirtschaftlicher
Geschäftsbetrieb Sport
7270 Verwaltungskosten
|
|
8
|
übrige wirtschaftliche
Geschäftsbetriebe
8571 Büromaterial
|
|
9
|
Vortragskonten, statistische
Konten
|
|
10000 - 69999
|
Personenkonten: Debitoren
|
|
70000 - 99999
|
Personenkonten: Kreditoren
|
Neben den einzelnen
Kontennummern unterscheiden sich die beiden Kontenrahmen im Grundaufbau
nur bei der Gliederung der Bestandkonten: Der SKR (Sonderkontenrahmen)
49 gliedert nach Aktiv- und Passiv-Seite der Bilanz, der SKR 49 benutzt
die gängige Unterscheidung nach Anlage- und Umlaufvermögen.
Eigens ausgewiesen sind in beiden Kontenrahmen die Bereiche Zweckbetrieb
und wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb Sport. Eine getrennte
Rechnungslegung ist hier erforderlich, weil nach § 67a der Abgabenordnung
eine Wahlmöglichkeit für die Zweckbetriebszuordnung besteht.
Die Einhaltung der 30.678-Euro-Grenze beim Einsatz bezahlter Sportler
muss dann eigens (durch getrennte Verbuchung) nachgewiesen werden.
Der gravierende
Nachteil beider Kontenrahmen ist, dass unabhängig davon, ob ein
Verein wirklich in allen steuerlichen Bereichen Einnahmen und Ausgaben
hat, ein großer Überhang an Konten mitgeschleppt wird. Die
meisten Vereine z.B. werden im Bereich der Vermögensverwaltung
nur Zinseinnahmen zu verbuchen haben. Die Einrichtung einer eigenen
Kontenklasse rechtfertigt das kaum. Hinzu kommt, dass Sportvereine schwerpunktmaßig
berücksichtigt sind. Das ist angesichts der Tatsache, dass mehr
als die Häfte der eingetragenen Vereine in Deutschland Sportvereine
sind, angemessen, nützt aber z.B. einem Tierschutzverein bei seiner
Buchhaltung nicht.
Eine
alternative Lösung ist hier die Verwendung eines "klassischen"
Kontenrahmens aus dem gewerblichen Bereich, z.B. des sehr häufig
benutzten SKR 03. Das hat zudem den Vorteil, dass buchhalterisch bereits
erfahrene Vereinsmitarbeiter/innen sich bei der Kontierung nicht völlig
umstellen müssen.
Die - natürlich nur einmal vorhandenen - Konten werden dann nach
Bedarf vervielfacht und mit einer nahebeiliegenden Kontennummer versehen,
wie im Folgenden wieder am Beispiel Büromaterial gezeigt wird:
| Aufbau
des DATEV-Kontenrahmens SKR 03 |
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Kontenklasse
|
Kontenarten
|
|
0
|
Anlage- und Kapitalkonten
|
|
1
|
Finanz- und Privatkonten
|
|
2
|
Abgrenzungskonten
|
|
3
|
Wareneingangs- und
Bestandskonten
|
|
4
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Betriebliche Aufwendungen
4930 Büromaterial - ideeller Bereich
4931 Büromaterial - Vermögensverwaltung
4932 Büromaterial - Zweckbetrieb
4933 Büromaterial - wirtschaftl. Geschäftsbetrieb
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7
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Bestände an
Erzeugnissen
|
|
8
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Erlöskonten
|
|
9
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Vortragskonten, statistische
Konten
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|
10000 - 69999
|
Personenkonten: Debitoren
|
|
70000 - 99999
|
Personenkonten: Kreditoren
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Der Nachteil eines
solchen "selbstgestrickten" Kontenplans zur Gemeinnützigkeit
ist freilich, dass in der EDV-Buchhaltung auch die Auswertungen (die
EÜR oder GuV) entsprechend angepasst werden müssen. Vielfach
kann man natürlich auf eine automatische Erstellung verzichten
und diese Auswertungen auf Basis der Summen- und Saldenliste manuell
zusammenstellen. Jedes bessere Finanzbuchhaltungprogramm bietet dazu
Exportmöglichkeiten, die eine problemlose Übernahme der Daten
z.B. in eine Tabellenkalkulation erlauben.
Ausführliche
Informationen zum Thema Vereinsbuchhaltung finden Sie in unserem Onlinehandbuch
(Pay-Bereich).
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